Mein neues Kleid von 1956

Mode und Alltagskleidung einer anderen Epoche am eigenen Leib zu tragen, ist eine ganz besondere Erfahrung. Es ist nicht nur der Blick in den Spiegel, der nostalgische oder auch weniger nostalgische Gefühle weckt. Ganz entscheidend ist auch die Art, wie sich die Kleidung anfühlt und wie sie sich auf Haltung und Bewegung auswirkt.

In einem weiten Tanzkleid drehen wir uns sofort; ein enges Mieder zwingt zum aufrechten Sitzen, während wir uns mit Jeans und Stiefeln völlig anders bewegen.

Ich mag es, hin und wieder in Mode aus einem anderen Jahrzehnt zu schlüpfen. Und es macht mir besonders große Freude, diese Kleidung selbst zu nähen. Zum Teil sitze ich aus dem gleichen Grund an der Nähmaschine, den viele Frauen damals auch hatten: Ich kann die gewünschten Kleider nicht fertig kaufen, weil es sie nicht gibt oder weil sie zu teuer sind.

Viel wichtiger ist aber die Freude, die mir das Nähen bereitet. Um von dieser Freude etwas zu teilen und Euch zu eigenen Taten anzuregen, werde ich in den nächsten Tagen und Wochen ein Kleid nach einem Original-Schnittmuster von 1956 nähen. Die einzelnen Schritte werde ich hier vorstellen und bei der Gelegenheit auch ein wenig über die Mode der 50er Jahre aus dem Nähkästchen plaudern.Hier ist mein neues „Lieblingskleid“. Es ist das Titelmodell der Zeitschrift „Stimme der Frau. Frau und Heim“ vom Herbst 1956, also ziemlich genau vor 60 Jahren.

Den Stoff, einen hellgrauen Wollflanell, habe ich bei ebay ersteigert. Er ist noch nicht eingetroffen, es bleibt also noch viel Zeit für die Vorbereitung.
Wir brauchen fürs Erste (außer dem Heft): Schnittmusterpapier (am besten die etwas festere Sorte), Bleistift, Lineal, Schere, gutes Licht und einen großen Tisch. Notfalls geht auch der Fußboden, aber für Knie und Rücken ist das mitunter recht anstrengend.
Soweit für heute das Vorgeplänkel; im nächsten Beitrag schreiten wir zur Tat.

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