Duftklassiker aus 99 Jahren – „Chantilly“

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Chantilly

Chantilly ist eine berühmte Stadt, nördlich von Paris, mit Schloss und Pferdezucht. Bekannt ist sie unter anderem für die „Chantillyspitze – eine feine, konturierte Klöppelspitze mit reicher floraler Musterung. Diese Spitze findet sich auch auf der Schachtel des Parfums „Chantilly“, den es wurde nach der feinen Klöppelware benannt.
Der Duft wurde 1940/1941 von der Traditionsfirma Houbigant herausgebracht, die beiden „Erfinder“ waren Marcel Billot und Paul Parquet

Schon zur Zeit seiner Einführung war Chantilly kein innovativer oder gar revolutionärer Duft, denn er erinnerte an zwei berühmte Klassiker aus den 1920er Jahren: „Emeraude“ von Coty (1921) und „Shalimar“ von Guerlain (1925).
Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gabe es Chantilly in den verschiedensten Flakons zu kaufen, und Houbigant bot auch passenden Puder und andere Produkte an.
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Im Jahr 2000 erwarb das (ursprünglich spanische, heute amerikanische) Unternehmen „Dana“ die Markenrechte an dem Duft und stellt ihn weiterhin her. Soviel ich weiß, wurde die Formel nicht wesentlich verändert. Auch ein Flakon – vermutlich aus den 1960er Jahren – und das Design der Verpackung wurde übernommen.

Folgende Duftnoten sind für die aktuelle Version von Chantilly angegeben:
Kopfnote: Bergamotte, fruchtige Noten, Neroli, Zitrone
Herznote: Gartennelke, Gewürze, Jasmin, Orangenblüte, Rose, Ylang-Ylang
Basisnote: Benzoe, Eichenmoos, Moschus, Sandelholz, Tonkabohne, Vanille

Nachdem mir „Tabu“ aus dem Hause Dana so gut gefallen hat, ging an Chantilly kein Weg vorbei. Zumal ich von der Ähnlichkeit mit Shalimar und Emeraude gelesen hatte.

Diese Ähnlichkeit besteht tatsächlich! Beim Aufsprühen und in der ersten Phase der Duftentwicklung verhält sich Chantilly aber ganz anders als die orientalischen Schwestern.
Der Duft startet sehr sauer-fruchtig, seifig und ein bisschen bitter. Irgendetwas erinnert mich an L’Air du Temps, ich vermute, es ist die Gartennelke.

Nach einer gewissen Zeit wird der Duft dann weicher, vanilliger und sehr pudrig. Und da ist sie dann auch deutlich zu bemerken, die „gewisse“ Ähnlichkeit mit Shalimar und Emeraude.
Wobei Chantilly Zutaten wie Weihrauch oder Patschuli vollkommen abhold ist.
Die Gewürzplätzchen- (Shalimar) oder Schokoladennote (Emeraude) fehlt, was dem Duft eine leichte, sehr frische und saubere Ausstrahlung verleiht. Sozusagen ein unorientalischer Orientale, oder ein Chypre Oriental.

Für mich ist Chantilly im wahrsten Sinne des Wortes Spitze. Ein echter, sehr femininer „Allrounder“, den man in jedem Alter, zu jeder Jahreszeit und bei allen Gelegenheiten tragen kann.
Probieren Sie ihn! Falls Ihnen der Duft wieder Erwarten nicht gefällt, machen sich der hübsche Flakon und die Schachtel immer noch gut als Dekoration auf dem Frisiertisch. Darunter das Klöppeldeckchen nicht vergessen……

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